Top 15 Alben 2019


Das letzte Zehntel dieser Dekade hatte nochmal einige musikalische Asse im Ärmel. 

Besonders experimentelle und abstrakte Musikprojekte konnten einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Während Hip Hop, mein Lieblingsgenre, mich etwas im Stich lies, hielten auch diverse Popkünstlerinnen einige angenehme Überraschungen bereit.


15. LINGUA IGNOTA – Caligula

Dieses Album transportiert eine Menge Schmerz und Emotionen. Kristin Hayter verarbeitet auf dieser Platte ihre von häuslicher Gewalt geprägte Vergangenheit sehr offensiv. Diese Thematik schlägt sich ungeschönt in der Musik und den Texten nieder. Hayter sieht dieses Album als Katharsis und hofft, damit anderen Opfern zu helfen. Hören auf eigene Gefahr!

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14. Lana Del Rey – Norman Fucking Rockwell

Hiermit hat Lana genau den Nerv in mir getroffen, den Ihre Musik sonst verfehlt hat. Ihre naive Kunstfigur, die sie sonst in ihrem Text verkörpert, hat eine deutliche Entwicklung durchgemacht. Auch musikalisch setzt sie Statements, die wesentlich konsequenter und weniger selbst beweihräuchernd und verwaschen sind.

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13. JPEGMAFIA – All My Heroes Are Cornballs

Noch desorientierender und chaotischer, leider aber nicht ganz so gut wie sein Vorgänger. Wie man sieht immer noch gut genug, um es in meine Lieblingsalben des Jahres zu schaffen. Wer Lust auf experimentellen Rap mit Gesang und Melodie hat ist hier richtig!

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12. Caroline Polachek – Pang

„So Hot You’re Hurting My Feelings“ ist zweifellos eines meiner Lieblingslieder des Jahres. Polacheck vereint hier den Spirit von Madonna und anderen Pop-Ikonen der 90er und 2000er in sich und klingt dabei trotzdem irgendwie zeitlos. Der Rest des Albums ist etwas getragener und weniger verspielt, macht aber trotzdem einiges her.

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11. Freddie Gibbs & Madlib – Bandana

Diese beiden haben sich gesucht und gefunden. Das haben sie schon mit „Piñata“ gezeigt und macht sich auch in diesem würdigen Nachfolger bemerkbar. Und dass Madlib laut eigener Aussage alle Beats auf dieser LP mit seinem iPad produziert hat, das ist mehr als beeindruckend.

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10. Ariana Grande – thank u, next

Mein zweitliebstes Pop-Album dieses Jahr. Nahezu jedes Lied schlägt ein wie eine Bombe und bleibt auf eine nicht-nervige Weise im Kopf. Obwohl die Popformel konsequent durchgezogen wird, haben wir es hier mit einem bittersüßen Album zu tun. Ariana verarbeitet und thematisiert hier den ein oder anderen Schicksalsschlag auf eine clevere Art und Weise.

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9. FKA – Magdalene

Sie wird häufig mit Björk verglichen. Ihre Philosophie beim Schaffensprozess ist sicher ähnlich, doch beide machen ihre eigene Sache. Dass FKA Twigs aber irgendwann mal Björk-Status erreichen könnte, das bezweifle ich keine Sekunde. Diese LP ist einfach bezaubernd und wahnsinnig intelligent und detailverliebt produziert.

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8. Matana Roberts – Coin Coin Chapter Four: Memphis

Zugegeben: Ich beschäftige mich nicht viel mit Jazz. Doch ab und zu kommt ein Projekt um die Ecke, das es in sich hat. Mit diesem Album hat Matana Roberts eine Grundlage geschaffen, die mir Zugang zur Avantgarde-Sparte dieses Genres verschafft.
„Coin Coin Chapter One“ gefällt mir sogar noch ein wenig besser.

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7. OG Keemo – Geist

Eine unfassbare Überraschung zum Ende des Jahres. Hiermit hat Karim bewiesen, dass er das Zeug hat, Teil des Deutschrap-Olymp zu sein. Es handelt sich hierbei um ein wunderbar rundes Konzeptalbum; ein wahres Gesamtkunstwerk. Und die makellose Produktion von Funkvater Frank rundet das ganze ab. Dieses Album verdient sämtliche Superlative und Lobpreisungen.

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6. Carly Rae Jepsen – Dedicated

Dass Carly Rae Jepsen kein One Hit Wonder ist hat sie mit „E•MO•TION“ schon längst bewiesen. „Dedicated“ zeigt, dass sie auch mit diesem Album keinen Zufallstreffer gelandet hat und verfestigt ihren Status als einer meiner Lieblings-Popacts. Trotz immer noch hörbar vorhandener Inspiration einer älteren Ära entwickelt sich dieses Album soundtechnisch weiter und ruht sich nicht auf den Lorbeeren seines Vorgängers aus.

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5. Otoboke Beaver – Itekoma Hits

Mein Album mit dem größten Suchtpotenzial 2019. Hardcore Punk meets J-Pop. Nicht nur die Stimmen der Bandmitglieder, sondern auch die ausgefeilten Riffs und eklektischen Arrangements tragen zur Exzentrik dieses Projekts bei. Macht einfach nur Spaß!

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4. slowthai – Nothing Great About Britain

slowthai bringt eine erfrischende Punk-Attitüde in die Grime-Szene. Bei dieser LP liegt die Kürze in der Würze. Sie fängt das soziale Klima in Großbritannien extrem gut ein und die Stimme des MCs bringt die nötige Grobheit.

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3. Weyes Blood – Titanic Rising

Fast jedes Jahr verzaubert mich mindestens ein Singer-Songwriter mit seiner oder ihrer Stimme. Dieses Jahr ist es Weyes Blood. Dieses Album ist so wunderschön, dass es kaum in Worte zu fassen ist. Trotz der hörbaren 70er-Inspiration klingt alles recht zeitlos und irgendwie wie aus einer anderen Welt.

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2. billy woods & Kenny Segal – Hiding Places

Woods‘ Output der letzten Jahre ist beachtlich. Nachdem er vergangenes Jahr zusammen mit ELUCID als Armand Hammer mein Lieblingsalbum in dieser Kombination herausbrachte, hat er sich auch auf dieser Zusammenarbeit mit Produzent Kenny Segal wieder selbst übertroffen. Sein bisher bestes Soloalbum für mich.

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1. Xiu Xiu – Girl With Basket of Fruit

Dieses Album hat mich im Kern erschüttert. Und das meine ich im bestmöglichen Sinn. Beim ersten Hören habe ich mehrfach innegehalten, weil diese Musik sich nicht zurücknimmt, verstörend und kaum greifbar ist. Aber irgendeinen Nerv trifft sie bei mir. Auch hier gilt: Hören auf eigene Gefahr.

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Der Start in das nächste Jahr wird gleichzeitig einen Start in ein neues Jahrzehnt voll guter Musik bedeuten. Ich freue mich drauf!


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