Top 15 Alben 2017


Das Jahr 2017 war ein gutes Jahr. Auch, wenn nicht jedes Album die Erwartungen erfüllen konnte, überwogen die positiven Überraschungen deutlich.

So sollte es auch diesmal kein Problem sein, eine Liste meiner 15 Lieblingsalben des letzten Jahres zusammenzustellen. Die Auswahl war definitiv groß genug.


15. Zugezogen Maskulin – Alle gegen Alle

Zugezogen Maskulin spielen in Sachen Deutschrap definitiv in ihrer eigenen Liga. Sie kombinieren den Trap-Sound mit intelligenter Sozialkritik wie kein zweiter und beweisen, dass Rap mit Message weder elitär sein muss, noch nur auf Oldschool-Beats funktioniert.

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14. Bilderbuch – Magic Life

Von dieser Band kann man halten, was man will: Sie bringen zweifellos frischen Wind in die deutschsprachige Musik. Auch mein erster Eindruck drückte sich in Skepsis aus, doch nach diesem Album muss ich anerkennen, dass der Sound einfach cool ist! Außerdem hat er trotz hörbaren Einflüssen etwas ganz eigenes. Das können nicht viele von sich behaupten.

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13. Sampha – Process

Was für eine herzzerreißende Sammlung von Liedern! R&B gewinnt für mich immer mehr an Attraktivität zurück. Bei dieser Platte gibt es so viel zu entpacken, deshalb halte ich mich kurz: Ich mag die Mischung aus Balladen und komplexer, abstrakter Produktion. Ein Track, der für mich am meisten hervorsticht ist „Blood On Me“.

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12. Tyler, The Creator – Flower Boy

Dieses Album hat das ehemalige Odd Future-Mitglied auf der Liste der besten Rapper wohl für viele ein paar Plätze hochkatapultiert. Tyler zeigt sich hier so persönlich und vielseitig wie nie zuvor und das Ergebnis kann sich hören lassen.

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11. Rapsody – Laila’s Wisdom

Rapsody hat viel mehr Aufmerksamkeit verdient! Seitdem ich sie erstmals hörte, habe ich viel Potenzial in ihr gesehen. Mit diesem Album habe ich aber nicht mal in meinen kühnsten Träumen gerechnet! „Laila’s Wisdom“ ist von vorne bis hinten ein unglaubliches, soul-lastiges Projekt, das den Leuten in einigen Jahren nicht nur als ein Highlight des Female Rap in Erinnerung bleiben wird. Da bin ich mir sicher.

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10. Princess Nokia – 1992 Deluxe

Diese Frau ist wandlungsfähig wie ein Chamäleon und hat es faustdick hinter den Ohren. Auch sie ist nonkonform mit den Geschlechterrollen. Princess Nokias Musik ist dynamisch, macht Spaß und behält dabei noch ihre sozialkritische Note. Dieses Album wird definitiv ein fester Teil meiner Go-To-Rotation

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9. BROCKHAMPTON – SATURATION III

Brockhampton haben ihren Platz in der Szene gefunden. Der letzte Teil ihrer Trilogie ist eindeutig der beste! Für mich ist es schwer zu erklären, was ihre Alben so besonders macht. Sicher einfach die Mischung aus experimentellem Hip Hop, R&B und Rock-Elementen. Die Produktion ist makellos. Die Qualität der Musik ist auch bei den Liedern, die mir weniger gefallen, unbestreitbar.

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8. SZA – CTRL

Sie wird stilistisch oft mit Frank Ocean verglichen. Besonders im Bezug auf das erste Lied macht dieser Vergleich durchaus Sinn. Dennoch ist der Stil von SZA meilenweit davon entfernt, von irgendetwas eine Kopie zu sein. Das Ergebnis ist eine R&B-Platte, die lyrisch unverfroren ehrlich und dabei musikalisch wunderschön und detailverliebt produziert ist.

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7. Lorde – Melodrama

Eines der besten Popalben der letzten Jahre. Lorde trifft bei mir in vielerlei Hinsicht einen Nerv: Einerseits ist sie ein Sprachrohr der Anfang 20-Jährigen, andererseits ist sie einfach eine begnadete Songwriterin. Auch wenn sie sich vom Minimalismus, der auf „Pure Heroine noch so stark vertreten war, entfernt, bleibt trotzdem noch die typische Lorde-Note.

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6. billy woods  – Known Unknowns

Experimenteller und kryptischer Hip Hop genau nach meinem Geschmack! Für viele bedarf der Stil von Woods sicher ein wenig Eingewöhnungszeit, bei mir trat der „Aha“-Effekt sofort ein. Er zeigt sein Gesicht nur ungern und entsprechend schwer lassen sich seine Texte entschlüsseln. Doch seine Musik transportiert ein Gefühl, mit dem ich mich einfach identifizieren kann.

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5. Open Mike Eagle – Brick Body Kids Still Daydream

Dieses Album enthält kein einziges Lied, das auch nur mittelmäßig ist. Wovon man am Ende einen Ohrwurm hat, das ist eigentlich nach jedem Hören anders. Eine ernste Thematik, die mit wohlklingenden Klängen transportiert und dabei nicht weichgespült wird.

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4. Armand Hammer – Rome

Billy Woods hat für mich einfach mit allem, was 2017 von ihm kam, ins Schwarze getroffen. Ob mit seinem Solo-Release oder dieser Kollaboration mit Elucid. Diese beiden Perlen des Untergrund-Raps harmonieren hier wieder nahezu perfekt miteinander. Die Beats hier meiner Meinung nach wesentlich besser auf den Style zugeschnitten, als auf dem Debüt von Armand Hammer.

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3. Perfume Genius – No Shape

Ein wunderschön bewegendes Album, das eine Menge emotionalen Ballast transportiert. Von der Produktion, die verschroben und hochglanzpoliert zugleich klingt bis hin zur eindringlichen Stimme Hadreas‘ ist einfach beinahe jede Sekunde dieses Projekts stimmig.

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2. Kendrick Lamar – DAMN.

Kendrick ist an einem Punkt in seiner Karriere angelangt, an dem man bei jedem Release fest damit rechnet, dass er abliefert. Und auch sein drittes Major Label Release enttäuscht nicht. Dabei nimmt er sich ein bisschen zurück und zeigt, dass er sich in allen stilistischen Sparten des Hip Hop mit der Konkurrenz messen kann.

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1. Run the Jewels – Run the Jewels 3

Die perfekte Mischung aus innovativen, energiegeladenen Beats und schnörkellosen Lyrics. Mit diesem Album übertrifft sich das Duo erneut selbst.

Ich betrachte dieses Album als 2017-Release, auch wenn es von den beiden als Weihnachtsgeschenk 2016 vor dem offiziellen Datum veröffentlicht wurde.

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Und wieder geht ein Jahr vorbei, in dem ich meine Hörgewohnheiten besonders unter die Lupe genommen habe. In Anbetracht der guten Musik, die man dabei findet, werde ich meine Suche wohl auch 2018 fortsetzen.


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